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Fastenzeit ??? Christliche Traditionen zwischen Ostara und Beltane

Merry meet !

Ich melde mich heute zwischen dem vergangenen Ostara und dem christlichen Osterfest. Zur Zeit ist in der christlichen Glaubenswelt Fastenzeit. Nun hat mich diese Fastenzeit immer wieder befremdet, denn so richtig Sinn macht es doch nicht genau jetzt, in der Zeit in der alles neu beginnt, zu fasten.

Mit Ostara beginnt die Zeit des neuen Wachstum, des Neubeginns. Es ist für uns Menschen wichtig sich mindestens einmal im Jahr auf sich selber zurück zu besinnen und auch Verzicht zu üben, doch welchen Ursprung hat dies eigentlich und welche Intention steht dahinter. Unsere Hochfeste sind tradierte Erinnerungen an bestimmte Lebenssituationen. Wir müssen uns immer eines bewusst werden, unsere heutige Lebensweise ist im zeitlichen Rahmen menschlicher Entwicklung nur ein Augenblick und wenn wir uns umschauen, dann lebt die absolute Mehrheit der Menschen immer noch in prekären Lebensverhältnissen.

Die christlichen Religionen propagieren für diese Zeit das Fasten, also den Verzicht auf Nahrung, bzw. auf bestimmte Nahrungsmittel wie z.B. Fleisch. Heute ist es natürlich für viele ein Luxusproblem. Und wer meint dass früher Fisch oder Fleisch jeden Tag auf der Speisekarte stand irrt sich gewaltig. Brot und Getreidebreie waren für die Mehrzahl der Menschen die Hauptnahrung. Doch war es früher nicht unsinnig, seinen Körper noch durch geringe Nahrungssaufnahme zu schwächen, wenn doch nach Ostara die schwere Feldarbeit wieder begann, die ohne Maschinen schwer an die Substanz ging.

Also sollten wir dem mal nachgehen, damit wir in unserer heutigen Zeit den richtigen Sinn in dieser „Fastenzeit“ zu finden.

Ohne die Vorratswirtschaft bzw. durch den globale Austausch bzw. die ganzjährige Verfügbarkeit an Nahrungsmittel, war die Winterzeit eine Zeit des Mangels. Je länger der Winter dauerte umso weniger Vorräte standen zur Verfügung und umso prekärer wurde die Lage. Es war also eine Zeit des erzwungenen Fastens. Asketische Religionen wie das Christentum, die die Selbstkasteiung und das Leiden in den Mittelpunkt des Lebens stellen, konnten diese Notsituation wunderbar in Ihr Konzept einbauen und daraus sogar noch einen Lustgewinn ziehen.

Statt also diese Zeit als Erinnerung an unsere Geschichte als Menschheit zu nutzen um sich also bewusst zu sein wie gut es uns heute geht, wird hier etwas glorifiziert,  was der Menschheit Not und Elend gebracht hat.

Wenn wir also  diese Zeit begehen, dann als Zeit des Wandels und der Hoffnung. Wenn wir heute fasten, dann sollte es die Erinnerung sein an unsere Ahnen die in dieser Zeit nur noch von Ihren Vorräten zehrten. Wir können uns eine solche Zeit nicht mehr vorstellen. Doch auch wenn wir uns umschauen, die Sonne scheint, der Winter ist gebrochen und die Freude auf die gute Zeit des Sommers bricht sich seine Bahn, wie kann es da eine 40 tägige Fastenzeit geben, die diese Freude trübt. Es soll diese Freude trüben, denn aus dieser Freude heraus entwickelten sich ja die orgiastischen Feste unserer Ahnen, deren Höhepunkt natürlich Beltane ist, das Fest der Lust und überschäumenden Lebensfreude, wenn sich Göttin und Gott in der heiligen Hochzeit vereinigen.

Ich würde die Fastenzeit in die Zeit des Überflusses legen. Denn in der Zeit des Überflusses, wenn es mir gut geht und ich die Schrecken verdränge, wäre ein Gedenken an die Zeit der Not wichtig, damit ich inne halte. Vor leeren Vorratsschuppen zu fasten ist keine Kunst, doch sich vor vollen Kornspeichern das Essen zu versagen, das erfordert Überwindung.

Wir sollten also bei unseren Festen immer auch die andere Seite der Medaillie schauen. In der Dunkelheit gedenken wir dem Licht, im Licht der Dunkelheit, im Überfluss des Mangels und im Mangel dem Überfluss.

Somit halte ich die 40 Tage Fastenzeit in dieser Zeit für ein für unsere Breiten unsinniges Unterfangen, denn das was wir heute fühlen, wenn die ersten warmen Strahlen auf unsere Haut treffen, wenn das Licht an Kraft gewinnt, wenn sich neue Energie durch unsere Adern bahnt, wenn wir das erste Singen der Vögel bemerken, wenn wir all diese wunderbaren Gefühle erleben mit dem Frühling, dann möchte ich ihn leben und genießen, dann will ich die Einschränkungen des Winters, die Kälte, die Dunkelheit vergessen und das neue Leben feiern. Denn ich bin hungrig und möchte nicht noch mehr hungern.

Wie unsinnig eine globale Religion ist, wird gerade in der christlichen Fastenzeit deutlich. Während wir auf der Nördlichen Halbkugel, gerade den Winter hinter uns lassen wird auf der Südlichen Halbkugel der Herbst eingeläutet. Dort herrscht gerade die Fülle, wenn die Ernte gut war.

Gerne gehe ich in mich, wenn sich Mutter Natur in Ihrer Fülle vor mir ausbreitet, gerne faste ich, wenn ich satt bin. Denn wenn es mir gut geht und der Über- und Hochmut kommt, dann setze ich gerne ein Zeichen, das ich dann voll Dank sagen kann nun verzichte ich, denn ich gedenke jenen die nichts haben, ich gedenke jenen Zeiten in denen ich nichts habe und ich weiß, das ich teilen muss.

Unsere Ahnen hatten mit ihren Hochfesten ein gutes Gespür für die menschliche Psyche. Leicht verfallen wir in Lethargie und Mutlosigkeit, wenn es nicht gut läuft und ebenso können wir in absoluter Selbstüberschätzung, wenn es uns gut geht, über das Ziel hinausschießen. Dies sollten auch unsere Feste heute widerspiegeln. Deshalb sollten Ostara und dann Beltaine die Jahreszeit und unseren Empfindungen in dieser Zeit  widerspiegeln und da ist Fasten und Zurückhaltung wirklich nicht angebracht.

Also genieße ich diese Zeit nun und lasse mir den Genuß und die Lebensfreude nicht verbieten. Ich wünsche Euch ein wunderschönen Frühling.

B*B

Ursus

Zu Ostara würden in alter Zeit Quellen geschmückt und Opfergaben abgelegt. Dieser heidnische Brauch hat sich in einigen Gebieten gehalten und so werden auch heute noch Brunnen zur Osterzeit geschmückt. Hier in ein Bild aus Sontra, wo ich wohne.

ostara2012_rathaus_2.JPG

 

ostara2012_rathaus.JPG

Ein schönes Julfest

 

Happy Jul

In der tiefsten Nacht wird das Licht wieder gebohren. Auch in unserem Leben gibt es tiefste Nächte und dunkelste Stunden. Doch wir sollten uns immer daran erinnern, das Licht kommt immer wieder. Das Rad des Lebens mag zwar manchmal ins stocken geraten, doch es dreht sich weiter.
Ich wünsche Euch allen ein frohes und besinnliches Julfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

B*B

Euer Ursus

Es ist soweit

Merry meet ,

seit Jahrzehnten bewege ich mich nun in den magischen Gefilden und lebe meine Spiritualität. Es war bisher ein steiniger und harter Weg. Ich weiß nicht ob es mein Wollen war oder ob es zu meiner Initiation gehört hat. Doch nun erscheint vor mir ein Bild, ein Bild dessen was Magie, Heiden- und Hexentum im 21ten Jahrhundert bedeuten kann.

Eines ist dabei gewiss, jeder Mensch kann nur seinen eigenen Weg zur Spiritualität finden und auch nur seine eigene Spiritualität ausleben. Niemand kann eine allgemein gültige Glaubensformel ausgeben an die sich jeder zu halten hat. Die Zeiten ändern sich und es scheint das neben allem Schrecklichen, das in der Welt passiert und dem Aufflammen der fundamentalistischen Sekten des Christentums, des Islam und des Judentums, doch ein Reifungsprozess bei den Menschen einsetzt, ein Prozess, der neben der allgemeinen Forderung nach Selbstbestimmung auch die Selbstbestimmungsrechte im spirituellen Leben einfordern.

Mag es vielleicht eine naive Wunschvorstellung sein, so hoffe ich, dass es das nicht ist.

Wie dem auch sei, ich beginne also heute diesen Blog und wir werden sehen, ob ihr meinen Gedanken und Vorstellungen etwas abgewinnen könnt.

Es war ein wahrlich harter Weg bis hier her. Viele Versuche habe ich gestartet und wieder aufgegeben. Immer wieder bin ich mit den Gesetzmäßigkeiten und Vorgaben unserer Gesellschaft konform gegangen und habe mich immer wieder verloren. Anfang diesen Jahres hat das seinen Höhepunkt erlangt.

Ich habe versucht auf vielen Hochzeiten zu tanzen, weil ja alles wichtig ist. Doch dies kann kein Mensch. Also habe ich ausgemistet und stelle Euch das Ergebnis vor. Meine spirituellen Ansichten werde ich bald im Hexenthing darlegen, meine politischen Utopien im Phoenixprojekt und unseren Laden wird es weiterhin im Internet geben.

Da ich Spiritualität und Politik zwar nicht trennen kann, weil es eine interessierte Gruppe meiner Mitmenschen nicht trennen will, möchte ich mich aber doch getrennt zu beiden aktuell äußern.

Denn eines ist für mich unabdingbar, egal ob spirituell oder politisch, der Staat hat sich aus alle Glaubensgrundsätzen herauszuhalten. Jede staatliche Institution hat sich völlig neutral in spirituellen Fragen zu verhalten. Er darf sich weder auf religiöse Traditionen berufen noch für irgendwelche religiöse Gruppen Gelder bereit stellen bzw. Gelder einsammeln. Religion und Staat sind absolut von einander zu trennen. 

Deshalb ist dies mein Blog für Magie und Spiritualität  und es wird einen anderen Blog geben zu meinen politisch utopischen Gedanken geben.

Also auf ein gutes Miteinander.

Der Segen Euer Göttinnen und Götter sei mit Euch

Euer

Ursus

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