Wir wünschen Euch allen ein frohes Julfest

Der grundlegende Inhalt des Julrituals, also der Wintersonnenwende ist der, das in der tiefsten und längsten Nacht ein neues Licht erscheint. Aus diesem Grund haben die Christen dieses Fest okkupiert, denn für sie ist Christus das Licht. Doch während hier ein Ereignis gefeiert wird, das einmalig vor ca. 2000 Jahren passiert ist und das lineare Denken der Christen zeigt, geht es bei unserem Fest um die Wiedergeburt und um die Erfüllung eines Versprechens. Entgegen der linearen Denkstruktur des Christentums ist es bei uns das Denken in einem Kreis, der weder Anfang noch Ende hat, wo dennoch Anfang und Ende sich an einem Punkt manifestieren.

Unser Gott wird am Tag der Wintersonnenwende wiedergeboren. Er, der Sich zu Lughnasadh als Kornkönig geopfert hat, der dieses Opfer angenommen hat, als er sich zu Beltane unter der Bedingung des Opfers mit der Göttin vereinigte , er der zu Samhain den Thron des Totenreiches bestieg, er kommt zurück und das Rad dreht sich wieder weiter.

Aus diesem Grund, weil die Thematik die des Rades ist, sollte der Julkuchen, der für das Ritual und als Opferkuchen gebacken wird in Form eines 8 speichigen Rades gefertigt werden. Wer noch Holzöfen hat, sollte für diesen Tag die Öfen nicht anfeuern, sondern in der Vorbereitung des Rituals, alles an Asche entfernen und dann die Öfen mit neuen Holz füllen, aber nicht anzünden. Verteilt auch schon im Haus überall Kerzen, in allen Zimmern, die Ihr dann bei dem Ritual anzünden könnt.

Als Ritualwein und als Tischwein für das Festessen solltet ihr Met nehmen. Das Festessen kann aus Wild, Wintergemüsen, Eßkastanien etc. bestehen. Der Schmuck aus Tannenzweigen, Stechpalmen und Mistelzweigen bestehen. Für die Räucherung eigenen sich Mischungen aus Weihrauch, Myhrre, Tanne, Wacholder, Zeder und Zimt.

Bereitet alles soweit vor. Ca. 2 Stunde vor dem Ritual solltet ihr die Heizungen alle ausdrehen und dann kurz vor dem Ritual auch alle Lichter löschen. So könnt Ihr dann das Ritual beginnen in Dunkelheit und Kälte. Leben im Tod und Tod im Leben.

In diesem Ritual könnt Ihr nun den Grundstein für den neuen Umlauf des Rades festlegen. Was ist für Euch besonderes an diesem neuen Jahr, in dem wir nun unser erstes Fest feiern. Was will ich erreichen und was soll sich verändern. Es ist auch das Fest des Neubeginns, denn so wie das Licht neu in die Welt kommt, so beginnen wir auch wieder neu. Deshalb löschen wir im Haus alle Lichter, lassen die Öfen ausgehen und drehen die Heizungen ab. Alles wird neu, alles soll neu und frisch sein. Alles alte das wir nicht mehr haben wollen, soll verschwunden sein. Und wir feiern die Hoffnung, etwas was für viele von uns wieder von Bedeutung wird, Hoffnung. Hoffnung, das wir dieses Jahr etwas zum Guten oder Besserem ändern können. Hoffnung, das wie in der Natur, wie im Rad des Lebens, es einen Wendepunkt gibt, nachdem es wieder hell wird.

In diesem Sinne wünschen meine Frau und ich Euch ein wunderschönes Julfest.

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