Archive für Dezember 2006

Jul

Ich wünsche Euch allen ein schönes Julfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2007. Leider hat mich eine OP an der Sehnenscheide gehindert pünktlich zu Jul einen Text einzustellen, das möchte ich hiermit nachholen. Wie schon zu meinem Esbatartikel möchte ich die Gemeinschaft in den Raum stellen. Und da wir zu Jul die Wiedergeburt des Gottes in Form der Sonne feiern, plädiere ich für die Wiedergeburt der Gemeinschaften. In einer Gesellschaft die derart auf das Individuum fixiert ist müssen wir uns wieder zusammenschließen und finden.

Gerade das Internet bietet eine Plattform wo wir uns treffen können. Vor Jahren haben wir hier in Nentershausen auf der Burg Tannenberg ein bis zwei Hochfeste gefeiert. Eigentlich möchte ich dies wieder aufleben zu lassen, doch dafür müßte es schon 40 feste Interessenten geben, lieber noch mehr. Vielleicht bekommen wir diese ja 2007 zusammen und wir können wieder mal eine solche Zusammenkunft mit Erfahrungsaustausch und Ritual durchführen! Gerade wir als Einzelpersonen sollten uns treffen und langsam organisieren. Es wäre sehr schön, wenn sich bei uns Menschen melden würden, die eine solche Heidengemeinschaft mit initiieren würden !

Jul

Die längste Nacht des Jahres - Dunkelheit und Tod beherrschen die Welt. Doch gerade in dieser Zeit, in tiefster Dunkelheit lodert eine kleine Flamme auf, ein kleines Licht das die erste Wärme bringt. Die Göttin hat ihr Versprechen gegenüber dem Gott gehalten. Sein Opfer war nicht vergebens, sein Tod als Kornkönig birgt das Leben in sich. Jetzt in der tiefsten Dunkelheit wird er wiedergeboren. Die Göttin als todbringende Alte gebiert den neuen Gott und wird durch diesen Akt wieder zur jungfräulichen Frühlingsgöttin. Tod und Geburt - Geburt und Tod. Kam das Rad des Lebens mit Samhain fast zum stillstand, so beginnt es sich jetzt zu Jul wieder zu drehen. Doch bis wir dies wieder merken und auch feststellen, das die Tage auch wieder länger werden dauert es noch ein Weilchen.

Ein altes Ritual

Früher war es üblich, das mensch die Öfen in den Wohnstädten ausbrennen ließen, so das alle Feuerstellen erkaltet waren. Dann wurden diese gesäubert. Wenn es Abend wurde, wurden keine Lichter entzündet und alles wart dunkel. Die Menschen versammelten sich um dann in der Nacht das Julfeuer zu entzünden und damit die Wiedergeburt der Sonne zu feiern. Dann nahm sich jeder einen brennenden Scheit aus dem Feuer, das Julscheit und ging in die eigenen Häuser um das Licht nun auch in die eigenen vier Wände zu bringen und die eigenen Feuerstellen wieder zu entfachen. Das neue Feuer in den Feuerstellen vertrieb die Kälte aus den Wohnungen und erfüllte diese wieder mit Wärme und Licht.

Ich wünsche Euch allen schöne geruhsame Feiertage und einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2007!

Dezembervollmond

5-12-2006 0h 26m Vollmond

Nun ist der zweite Vollmond im neuen Hexenjahr gekommen. Am Montag Abend ist es wieder soweit, einen neuen Esbat zu feiern. Dieser zweite Mond im neuen Hexenjahr ist ein Schritt in Richtung Erneuerung und Wiedergeburt. Er liegt in der Zwischenzeit, zwischen Samhain und Jul. Die Zeit des Ruhen geht langsam dem Ende entgegen und mit dem Julfest beginnt sich das Rad des Lebens wieder spürbar zu drehen.

Der Mond steht im Zeichen des Schützen und wird somit vom Feuer dominiert. Das Feuer des Lebens steht also in der Zeit des Todes und der Ruhe als Hauptaspekt dieses Mondes im Mittelpunkt unseres Esbats. Ging es vor Samhain um Leben und Tod, so hat sich dieses nun verändert in Tod und Leben. Es ist an der Zeit das Leben wieder in den Vordergrund zu rücken. Jul ist die Geburt des Gottes, des Lichtes und mit den Symbol der Geburt auch wieder ein Neuanfang für uns. J

eder einzelne von uns sollte sich nun überlegen was er oder sie neu beginnen will und sollte. Ich habe in den letzten Tagen das Buch „Der Schwarm” von Frank Schätzing gelesen. Neben viel Wissen das in diesem Buch vermittelt wird, neben der ungeheuren Spannung und Dramatik hat mir dieses Buch auch einige entscheidende Erkenntnisse vermittelt, die ich nun zu verarbeiten habe und dieser Esbat scheint mir genau der Richtige Zeitpunkt dafür zu sein, damit in diesem Jahr anzufangen. Es geht darum, das wir Menschen in der heutigen Zeit an einem enormen Mangel leiden und uns dieses Mangels überhaupt nicht bewußt sind. Wir verlieren unsere Identität, da wir eine Gesellschaft erschaffen haben, in der die individuelle Existenz zum obersten Prinzip erhoben wurden und Gemeinschaft, Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft als nutzlos und vor allem als schädlich propagiert wird. Somit haben wir aber ein gewaltiges Problem. Denn erstens sind wir keine Individualisten, sondern Herdentiere und zweitens können wir uns nicht mehr weiterentwickeln, da sich der Erfahrungshorizont auf das einzelne Individuum beschränkt. Somit entwickeln wir uns immer mehr zurück und soziale Kompetenz wird zu einem Fremdwort !
Wie weit dieser Prozeß in unserer Gesellschaft schon fortgeschritten ist, kann mensch daran erkennen, das immer weniger Menschen in der Lage sind zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, das die Zahl der Singlehaushalte rapide zunimmt und das Verhalten von Eltern gegenüber ihren Kindern verliert sich immer mehr in Gleichgültigkeit . Schauen wir uns nun die Probleme an, die auf uns zu rasen, dann müssen wir aber zu dem Schluß kommen, das nur Gemeinschaften diese Probleme überleben werden können und alle Menschen die auf rein individuelle Lösungsmöglichkeiten vertrauen scheitern werden. Deshalb möchte ich diesen Esbat der Gemeinschaft widmen und dieses Thema soll mich dieses Jahr begleiten. Wie baue ich in einer Zeit, die von Individualismus geprägt ist eine Gemeinschaft auf, in der ein jeder natürlich ein Individuum ist, aber trotzdem jeder für das Gelingen bzw. das Überleben der Gemeinschaft eintritt. Viele von uns leben auch als Hexen und Heiden alleine. Das hat viele Gründe, angefangen von beruflichen Nachteilen wenn es bekannt würde bis zu dem Problem andere zu finden! Machen wir uns doch auf die Suche nach den anderen. Lernen wir wieder in einer Gemeinschaft zu leben und auch zu handeln. Beginnen wir uns wieder aneinander anzunähern und auszutauschen und vor allem, arbeiten wir für unsere Gemeinschaft ohne unsere Individualität aufzugeben aber auch ohne sie künstlich in den Vordergrund zu drängen.

Dies sind meine Gedanken zu diesem Esbat, vielleicht folgen ja einige diesen Gedanken und wir beginnen in diesem Jahr mit etwas ganz neuem!

B*B

Euer Ursus

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